12 Volt Powerbox einfach und günstig selbstgebaut

Autark campen mit Selbstbau Powerbox

Die Vorgeschichte

Ohne Strom muss man unterwegs auf einiges verzichten.

Wer unsere Roadtrip-Berichte verfolgt hat, wird wissen, dass wir als Stromversorgung für unsere *Kompressor-Kühlbox eine 100Ah AGM Batterie im Auto dabeihatten.

Die AGM Batterie ließ sich mit einem Gewicht von über 30 Kg nicht besonders gut handeln.

Die ersten Touren haben wir mit unserem Hochdachkombi unternommen, in dem es viel zu wenig Platz gab.

Ständiges Geräume war an der Tagesordnung, die schwere AGM Batterie hat dabei ziemlich genervt.

Als Alternative zur Kompressor-Kühlbox waren wir auch mal ein paar Tage mit einem *Festival Cooler auf Tour.

Das funktioniert komplett ohne Strom. 3-4 Tage kann man damit überbrücken.

Allerdings würden wir so einen Festival-Cooler nur für Getränke und nicht leicht verderbliche Lebensmittel empfehlen.




Ohne *Kompressor-Kühlbox geht es nicht, wenn man länger unterwegs sein möchte und nicht auf gekühlte Vorräte verzichten will.


Unsere nächste Überlegung ging in Richtung Powerbox. Doch da hat uns die Kapazität der bezahlbaren Modelle gestört.

Für eine Powerbox mit genügend Kapazität werden über 1000 Euro fällig. Das war uns deutlich zu teuer.

Zumal wir von jedem der bekannten Hersteller auch viel über diverse Probleme gelesen haben.


Wir haben uns dann Mal Gedanken gemacht, was so eine Powerbox eigentlich ist. Im Prinzip doch nur ein Gehäuse mit Batterie, diversen Anschlüssen und einem Wechselrichter.


Das Herzstück jeder Powerbox, die 12 Volt LiFePo4 Batterie

Das wichtigste und teuerste an einer Powerbox ist neben dem Wechselrichter die Batterie.

In den meisten Powerboxen sind LiFePo4 (Lithium-Eisenphosphat) verbaut.

Diese Batterien haben bei vergleichsweise geringem Gewicht eine deutlich höhere nutzbare Kapazität als herkömmliche Batterien.

Allerdings sind LiFePo4 Batterien auch deutlich teurer als herkömmliche Batterien.


Mal zum Vergleich, unsere alte 100Ah AGM Batterie wiegt ca. 33 Kg. Von den 100Ah kann man aber nur max. 50Ah wirklich nutzen, da bei tieferer Entladung die Batterie geschädigt wird und sich im schlimmsten Fall nicht mehr laden lässt.


Eine LiFePo4 Batterie mit 100Ah wiegt ca. 11 Kg und von den 100Ah kann man 90 – 95Ah auch wirklich nutzen, da diese Batterien unempfindlich gegen tiefe Entladungen sind.


Wie schon erwähnt sind LiFePo4 Batterien aber nicht gerade günstig in der Anschaffung.

Durchschnittlich kann man hier auch mit ca. 1000 Euro für 100Ah rechnen.




Ziemlich jede fertige Powerbox hat einen 220 Volt Wechselrichter

Ein guter Wechselrichter ist nicht billig. Jede Powerbox die wir kennen, hat so einen Wechselrichter verbaut.

Mit einem Wechselrichter kann man 220 Volt Geräte ohne Landstrom betreiben.

220 Volt im Auto ist etwas, dass für uns bis jetzt noch keine Bedeutung hat und auf das wir verzichten können.

Eine Powerbox ohne Wechselrichter müsste also um einiges günstiger in der Anschaffung sein.

Wir konnten aber keine Powerbox ohne Wechselrichter finden.

So kam die Idee, selbst etwas Entsprechendes zu bauen.


Material für die selbst gebaute Powerbox

Rechtlicher Hinweis. Das ist keine Anleitung zum Nachbauen. Wir zeigen euch nur wie wir uns so eine Powerbox nach unseren Bedürfnissen selber gebaut haben. Ein Nachbau erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr.


Verwendetes Material:

  1. Eine *Eurobox 40 x 30 x 22
  2. 12 Volt 100Ah *LiFePo4 Batterie von Ampere Time (LiTime)
  3. 3er Pack *12 Volt Steckdosen mit Kabel und Sicherung
  4. 25A *LiFePo4 Ladegerät 220V


Ein paar Worte zu unserer LiFePo4 Batterie von Ampere Time

Nach längerer Recherche sind wir auf die Firma Ampere Time, die inzwischen LiTime heißt, aufmerksam geworden.

Ampere Time, bzw. jetzt LiTime hat einige LiFePo4 Batterien zu äußerst interessanten Konditionen im Angebot.

Wir haben für unsere 12 Volt, 100Ah LiFePo4 Batterie nur 379,- € bezahlt. Das ist unschlagbar günstig für so eine Batterie.

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Natürlich haben wir nicht die Katze im Sack gekauft.

Bei dem Preis waren wir nämlich ziemlich skeptisch, wo vielleicht ein Haken sein könnte.

Dank ein paar guten Videos bei YouTube, wo diese Batterie sogar komplett zerlegt und vermessen wurde, waren alle Zweifel ausgeräumt.

Hier bekommt man wirklich eine hochwertig verarbeitete Batterie zum Schnäppchenpreis.


Auf die Batterie hat man übrigens auch 5 Jahre Garantie.

Hier kann man echt nichts falsch machen.


Die Batterie wurde flott geliefert. Verpackt war das gute Stück in einem festen Karton, der innen mit Schaummaterial gepolstert war.

Ganz oben lagen diverse Unterlagen zur Batterie bei.

Hier ist besonders zu erwähnen, dass die mehrseitige Anleitung in Deutsch ist und das ganze auf festem, fast schon Kartonartigem Papier gedruckt ist.

Das Ganze ist auch schön groß gedruckt und lässt sich einwandfrei lesen.

Ich liebe es, wenn Drucksachen vernünftig hergestellt sind.

Hier hat sich der Hersteller echt Mühe gegeben und sorgt so für einen angenehmen ersten Eindruck direkt beim Auspacken.

Der positive Eindruck setzt sich beim weiteren Auspacken fort. Die Batterie ist nämlich optimal gepolstert und so gegen Schäden beim Transport abgesichert.

Das Polstermaterial haben wir später bei unserer Selbstbau-Powerbox mit verarbeitet.

Die Batterie selbst macht auch einen guten Eindruck, hier fällt besonders das geringe Gewicht auf.

An der Batterie befindet sich ein Tragegurt zum einfachen Handling.

Im Lieferumfang sind 4 Schrauben (2 x Reserve) für die Kontakte und zwei Polabdeckungen enthalten.


Unsere eigene 12 Volt Powerbox

Der komplette Aufbau ist komplett unspektakulär.

In die Eurobox wurden einfach die drei 12 Volt Steckdosen eingebaut. Dann habe ich die Polsterung von der Verpackung zurechtgeschnitten und die Batterie in die Eurobox gestellt und mit den Resten der Polsterung passend in der Eurobox eingeklemmt.

Das war es dann auch schon.

Fertig ist die leichtgewichtige 12 Volt 100Ah Powerbox.

Für den Transport dient ein einfacher Zurrgurt.

Einen Deckel für die Box habe ich bisher nicht, der kommt aber noch, bevor es mit dem Teil auf die erste Tour geht.




Laden der 12 Volt Powerbox

Zum Laden der Powerbox habe ich ein 220V Ladegerät mit 25A Ladeleistung gekauft.

Damit kann man die Box, wenn sie ganz leer ist, in knapp 5 Stunden wieder komplett vollladen.


Es wäre schön gewesen, wenn man die Box während der Fahrt mit der Lichtmaschine vom Fahrzeug nachladen könnte.

Hier habe ich aber Bedenken, dass es in unserem Fall dank Euro 6 und intelligenter Lichtmaschine nicht funktioniert, oder es zu Problemen kommen würde.


Solar auf dem Dach fällt auch aus, da wir ja unser Bus-Vorzelt über das Dach ziehen, wenn wir stehen.


Also ist das 220V Ladegerät und ein 10 Meter Landstromkabel unser neuer Begleiter im Fahrzeug.


Laufzeittest mit der Mobicool MCF40 Kompressor Kühlbox

4-5 Tage ohne Nachladen wären unsere Wunschvorstellung.

Die Powerbox soll zu 99 % nur den Strom für die *Mobicool Kompressor Kühlbox liefern. Handys usw. laden wir während der Fahrt oder per Powerbank.


Ich habe jetzt mal zum Abschätzen der Laufzeit einen Versuch unternommen.

Die Kühlbox wurde auf +6° C und der Batteriewächter auf Low eingestellt.

In der Box sind 6 x 1,5-Liter-Flaschen Cola und zwei 0,33-Liter-Flaschen bleifreies Weizenbier.

Die Box habe ich mit 220 Volt vorgekühlt und bei Erreichen der Temperatur auf 12 Volt umgesteckt.


Die Powerbox war zu 100 % geladen und hatte 13,5 Volt.


Die Kompressor-Kühlbox hat genau 6 Tage (144 Stunden) durchgehalten, bis der Batteriewächter ausgelöst hat.

Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Mal sehen, wie es dann im realen Fahrzeugeinsatz im Sommer aussieht.

Ich denke, 3 Tage ohne Nachladen dürften auch im echten Einsatz locker drin sein.

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