Action Hundefotos für Einsteiger

Action Hundefotos mit deiner Kamera, Grundlagen und Tipps für Einsteiger

Hallo Hunde und Fotofreunde, heute möchte ich mit euch über eines meiner Lieblingsthemen sprechen.

Actionfotos von Hunden!

Insbesondere geht es darum, wie ihr tolle Aufnahmen eurer Vierbeiner mit einer DSLR oder DSLM-Kamera einfangen könnt.

Action Hundefotos mit deiner Kamera

Action Fotos von Hunden zu machen ist eine ziemlich anspruchsvolle fotografische Aufgabe.

Deshalb gehe ich hier auch etwas intensiver auf allgemeine Fotografie Grundlagen ein.

Die verwendete Ausrüstung spielt in diesem speziellen fotografischem Bereich eine große Rolle und ist nicht egal, wie es teilweise behauptet wird.

Dazu habe ich Tipps für die richtige Ausrüstung und wie man da viel Geld sparen kann.

Natürlich kann man mit jeder Kamera Hunde in Action fotografieren und dabei auch tolle Bilder bekommen. Da ist dann aber mit extrem viel Ausschuss zu rechnen und richtig gute Bilder sind dabei eher Zufallsprodukte.


Wer regelmäßig Hunde in Action fotografieren möchte, weil er zum Beispiel selbst einen Sporthund hat und ständig bei Hundesportveranstaltungen fotografiert, muss etwas mehr in seine Fotoausrüstung investieren.


Passender Lesetipp:

Wie man tolle Hundefotos nur mit dem Handy macht, habe ich im Beitrag >11 Tipps für bessere Hundefotos mit dem Handy< beschrieben.


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Die richtige Ausrüstung für Hundesport Fotografie

Als Kamera eignen sich DSLR (Digitale Spiegelreflexkameras) oder DSLM (Spiegellose Systemkamera) gleichermaßen.


Hier hat man noch die zusätzliche Wahl zwischen Vollformat und APS-C Kameras.

Bei einer Vollformat-Kamera ist der Sensor größer als bei einer APS-C Kamera. Für welches System man sich hier entscheidet, ist hauptsächlich Geschmackssache und eine Frage des Geldbeutels.


Tolle Bilder bekommt man mit beiden Systemen und auch mit beiden Sensorgrößen.

Früher waren Vollformatsensoren in puncto Lichtempfindlichkeit besser als APS-C Sensoren.
Das spielt aber bei modernen Kameras nur noch eine untergeordnete Rolle.


Wichtig ist, dass die Kamera ein gutes und schnelles Autofokussystem hat.

Günstige Einsteigerkameras haben hier Einschränkungen.


Das wichtigste für die Hundeactionfotografie,

das Objektiv

Was ein günstiger Kamerabody nicht bietet, kann man in der Regel kompensieren.

Doch aus einem schlechten Objektiv kann man keine Leistung herauskitzeln.


Action Foto vom Hund. Hier ein rennender Malinois der ziemlich schnell werden kann.
Das Titelbild und das Foto hier sind mit einem einfachen Objektiv (18-135 Sony Kit-Objektiv) gemacht. Für halbwegs brauchbare Aufnahmen musste ich sehr viele Bilder machen.
Für unbewegte Porträts ist das Kit-Objektiv OK


Für die Hundesportfotografie und ganz allgemein für Sportfotografie ist ein schneller Autofokus und eine hohe Lichtstärke das A und O.


Objektive, die diese Anforderungen erfüllen, haben allerdings ihren Preis und bringen auch ordentlich Gewicht auf die Waage.

Sehr beliebt und auch von mir selbst als Lieblings-Objektiv im Einsatz ist das 70-200 mm.


Man bekommt ein 70-200 mm von allen großen Kameraherstellern.


Am verbreitetsten sind wohl Nikon, Canon und Sony am Markt vertreten.

Die Objektive bekommt man in verschiedenen Lichtstärken.
Modelle mit einer durchgehenden Blende von 2,8 zählen zu den besten und teuersten Objektiven in dieser Liga.

Zu fast jedem 2,8-er Objektiv gibt es eine Alternative mit einer durchgehenden Blende von 4,0.

Diese sind etwas lichtschwächer, dafür aber um einiges leichter und auch etwas günstiger in der Anschaffung, zählen jedoch immer noch zu den Spitzenoptiken.


Ich habe verschiedene Objektive selbst lange und ausführlich getestet und daraus für mich das Beste abgeleitet.

Im Einsatz hatte/habe ich das 70-200 mm 2,8 OS von Sigma für Nikon, das 70-200 mm 2,8 VR Nikon und das *70-200 mm 4,0 Sony E-Mount.


Malinois in Action. Schnelle Hunde sind eine große Herausforderung beim Fotografieren.
Hier war das Nikon 70-200 2,8 VR auf der Kamera
Noch mal ein Hunde-Action-Foto mit dem Nikon 70-200 2,8 VR


Am Ende bin ich beim Sony 70-200 mm mit Blende 4 geblieben.
Meine lange verwendete Nikon Ausrüstung, mit der ich immer zufrieden war, habe ich verkauft und bin auf Sony umgestiegen.

Der Grund für den Wechsel war, dass ich eine leichtere, kompaktere Ausrüstung haben wollte, ohne zu hohe Abstriche bei der Bildqualität einzugehen.


Auf meine Ausrüstung werde ich noch in einem extra Bericht eingehen.

Für Hunde Action Fotografie ist meine Kombination aus der *Sony Alpha 6400 mit dem *70-200 f4 eine gute Mischung aus relativ wenig Gewicht und trotzdem guter Leistung.


Preislich ist diese Kombination auch OK.

Für weniger Geld bekommt man kaum etwas mit vergleichbarer Qualität.

Nach oben gibt es natürlich keine Grenze.


Eddy hat Spaß im Garten. Malinois Action Foto.
Sony 70-200 f4, leider bei der Aufnahme eine zu lange Verschlusszeit gewählt


Welche Kameragrundlagen muss man kennen?

Autofokus

Rennende oder sich schnell bewegende Hunde stellen die Technik an eine große Herausforderung.

Besonders schwierig sind schwarze Hunde zu fotografieren.
Der Autofokus arbeitet nämlich mit Farbkontrasten und davon gibt es bei ganz schwarzen Hunden ja nicht so viele.


Zum Glück entwickelt sich die Technik aber immer weiter und inzwischen sind auch schwarze Hunde nicht mehr ganz so schwer zu fotografieren wie noch vor einigen Jahren.


Manche Kameras haben sogar einen speziellen Tieraugen-Autofokus.

Ich glaube, meine Sony Alpha 6400 war eine der ersten Kameras mit dieser Funktion.


Bei Actionaufnahmen entscheidet die punktgenaue Schärfe über Top oder Flop bei der Aufnahme.


Verschlusszeit und ISO

Die passende Verschlusszeit bewirkt, ob ein Bild knackig, scharf oder verschwommen wird.

Wenn bewegte Objekte auf einem Foto verschwimmen, spricht man von Bewegungsunschärfe.

In anderen Bereichen der Fotografie ist das teilweise zum Erzielen von bestimmten Effekten erwünscht.
In unserem Fall, bei dem es um schnelle Hunde und Action geht, soll das Bild aber komplett scharf sein.


Eine Stellschraube um das zu erreichen ist also eine sehr kurze Verschlusszeit.
Man kann mit 1/2000 Sek. anfangen.


Unter Umständen muss man eine noch kürzere Zeit wählen.

Je kürzer die Zeit, desto schärfer wird das Bild.


Kurze Zeiten sind nur möglich, wenn genügend Licht vorhanden ist.

Hier muss man der Kamera erlauben, höhere ISO Werte zu verwenden.

Hier aber aufpassen, dass man es mit der ISO Einstellung nicht übertreibt.
Hohe ISO Werte verschlechtern immer die Bildqualität.


Bei einer modernen Kamera sind ISO Werte bis ISO 6400, teils sogar bis ISO 10.000 möglich, ohne dass die Bildqualität extrem leidet.


Natürlich sieht man einen Unterschied zwischen Bildern, die mit ISO 100 und ISO 10.000 gemacht wurden.

Aber am PC Monitor sieht das immer viel schlimmer aus als es ist.


Verkleinert man die Bilder zur Ansicht im Internet oder für das Handy, fällt der Unterschied nicht mehr so deutlich auf.


Auch bei gedruckten Bildern ist ein hoher ISO Wert nicht oder kaum zu sehen.

Bevor ich also kein Bild machen kann, drehe ich lieber die ISO höher.

Hier kann man ruhig mal die Grenze seiner Kamera austesten.


Hunde-Spaß im Garten.
Sony 70-200 f4, ISO 2000



Blende

Mit der Blende steuert man, wie viel Licht der Sensor bekommt.

Bei einer großen Blende, z.B. 2,8 ist die Blende weit geöffnet und es kommt dadurch viel Licht auf den Sensor.


Bei weit geöffneter Blende ist der Schärfebereich ziemlich gering.

Beim Hund ist dann etwa die Nase richtig scharf, doch die Augen sind schon im unscharfen Bereich.


Bei einer kleinen Blende ist alles genau umgekehrt.

Mit der Blende 22 ist die Blende sehr weit geschlossen und es kommt viel weniger Licht auf den Sensor.

Die Schärfe erstreckt sich aber über das komplette Bild.


Ein Hund wird hier also komplett von der Nase bis zum Schwanz scharf abgebildet.


In der Praxis wird aber kaum mit solchen Blendenwerten fotografiert.

Den Bildern fehlt nämlich die Tiefe und sie sehen einfach nur langweilig aus.


An die richtige Blende muss man sich durch Probieren herantasten.

Die Wirkung der Blende ist nämlich auch noch vom verwendeten Objektiv, der Brennweite sowie vom Abstand zum Motiv abhängig.


Für die Blende kann man sich Folgendes merken:

Große, offene Blende = kleine Zahl, zum Beispiel 2,8

Kleine, geschlossene Blende = große Zahl, zum Beispiel 22


Brennweite

Mit einer langen Brennweite wird der Bildhintergrund optisch näher an das Motiv gerückt.


Die Kombination aus Brennweite, dem Abstand zum Motiv und der Blende sind entscheidend für die Wirkung des Bildes.


Mit einer langen Brennweite in Kombination mit einer relativ offenen Blende bekommt man ein scharfes Motiv und einen unscharfen freigestellten Hintergrund.


Ich persönlich fotografiere sehr gerne im Bereich 100 bis 200 mm, in der Regel verwende ich 200 mm und max. Blende 8, oft auch weniger, um eine schöne Trennung von Motiv und Hintergrund zu erreichen.


Unterwegs mit der Sony Alpha 6400 und dem 70-200 f4
Unterwegs mit der Sony Alpha 6400 mit 70-200 f4 und meinem Lieblings Sweathirt zum Fotografieren, danke Calvin für das nette Geschenk 2020. 😉 


Was ist der Vorteil von einem lichtstarken Objektiv?

Was bringt ein Objektiv mit einer durchgehenden Blende von 2,8?


Die Frage habe ich mir früher selbst gestellt.

Man fotografiert seine Bilder ja nicht alle mit Blende 2,8.


Die Antwort ist ziemlich interessant.

Egal, welche Blende man an der Kamera eingestellt hat, wird beim Fokussieren immer die größte mögliche Blendenöffnung genutzt.


Bei einem Objektiv mit 2,8 durchgehender Blende also 2,8.

Der Autofokus kann so viel besser und Treffsicherer arbeiten, weil er durch die große Öffnung viel Licht bekommt.


Erst beim Auslösen wird die Blende auf den eingestellten Wert der Kamera geschlossen und so das Bild gemacht.


Habt ihr an der Kamera also Blende 8 gewählt, wird zum Fokussieren trotzdem die große Öffnung der 2,8er Blende verwendet.


So hat man eine viel höhere Trefferquote für scharfe Bilder und der Autofokus wird auch nicht pumpen.


Günstige Objektive haben keine durchgehenden Blenden.

Das bedeutet bei einem Telezoom 18 – 200 mm mit variabler Blende von 3,5 – 6,3 hat man bei 18 mm eine Blende von 3,5 und bei vollen 200 mm Zoom nur noch eine Blende von 6,3.


Bei Blende 6,3 kommt viel weniger Licht auf den Sensor.

Das kann dann dazu führen, dass der Autofokus das Motiv nicht packen kann und anfängt zu pumpen.

Pumpen bedeutet, dass das Objektiv ständig vor- und zurückfährt, ohne scharfzustellen.

Das ist ziemlich frustrierend und es macht absolut keinen Spaß so zu fotografieren.


Teure Objektive vor dem Kauf selbst testen

Gute Objektive kosten viel Geld. Da fällt es nicht leicht, einfach mal so ein knappes Monatsgehalt dafür auf den Ladentisch zu legen.


Geht einfach mal mit eurer Kamera in den nächsten Elektrofachmarkt und testet in der Fotoabteilung mal ein richtig gutes Objektiv.


Mein erstes Objektiv war ein 18 – 200 mm mit Blende 3,5 – 6,3.

Das Teil hat super Fotos gemacht, wenn sich das Motiv nicht bewegt hat und es auch hell genug war.
Doch Bilder von rennenden Hunden konnte man damit so ziemlich vergessen.


Mit Tricks und Klimmzügen ist es zwar möglich, macht aber keinen Spaß und ist nicht in jeder Situation möglich.


Ich hatte schon lange mit einem 70 – 200, 2,8 von Nikon geliebäugelt.

Doch der Preis hat mich immer abgeschreckt.


Dann war ich mal im M..a-Markt und habe gefragt, ob ich mal eins testen darf. Ich habe fairerweise auch gleich dazu gesagt, dass ich es mir auf keinen Fall kaufen werde.

Ich wollte einfach nur wissen, was so ein Teil bringt.


Mit dem Teil auf der Kamera habe ich dann im Markt alle möglichen Versuche angestellt.

Es war eine extrem krasse Erfahrung. Man visiert etwas an und der Autofokus stellt in Sekundenbruchteilen sofort scharf ohne zu pumpen und das auch bei bewegten Motiven.


EIn Objektiv kann man also am besten beurteilen, wenn man den direkten Vergleich selbst in natura erlebt.


Es lohnt sich hier wirklich ins nächste Geschäft zu fahren und zu testen.



Bilder vergleichen gibt nur einen Überblick

Im Internet nach Bildern zu suchen, die mit der Kamera X oder dem Objektiv Y gemacht wurden, bringt einen kaum weiter.

Erstens kennt man die Aufnahmesituation nicht und zweitens weiß man auch nicht, wie die Bilder nachbearbeitet wurden.

Unter optimalen Bedingungen und mit perfekter Nachbearbeitung kann man auch Top-Bilder mit einfachen Kameras erhalten.

Deshalb sind Bildvergleiche aus dem Internet nicht wirklich hilfreich. Bestenfalls eine grobe Orientierung kann man so bekommen.


Auf der Seite PBase.com kann man gezielt nach Bildern zu bestimmten Kameras und Objektiven suchen.

Wenn man eine bestimmte Kamera oder ein bestimmtes Objektiv im Auge hat, kann man hier mal schauen, ob die gezeigten Bilder die Anforderungen erfüllen, die man gerne hätte.


Aber denkt bitte immer daran.
Ihr habt keine Garantie, wenn ihr tolle Bilder seht und euch genau die gleiche Ausrüstung kauft auch die gleichen Bilder zu bekommen.

In der Regel werdet ihr einiges an Zeit benötigen, bis ihr euren Bildstil gefunden habt.

Da ist einfach viel Üben und viel Probieren angesagt.


Ohne Bildbearbeitung geht es nicht


Auch das Thema Bildbearbeitung darf man nicht vergessen.

Günstige Einsteigerkameras und Handys sind darauf ausgelegt, tolle bunte Bilder auf Knopfdruck zu liefern.

Die Bildbearbeitung findet hier direkt in den Geräten statt.


Bei Profi Kameras sieht das anders aus. Man kann zwar auch bei diesen Kameras schöne Bilder per Automatik schießen, doch das ist ja nicht der Sinn dahinter.


Um das Beste aus so einer Kamera herauszuholen, erstellt die Kamera ein digitales Negativ im RAW Format.

So ein RAW Foto sieht ohne Bearbeitung immer Sch…. aus.


Hier muss man mindestens eine Grundentwicklung mit einem Programm wie Adobe Lightroom o. Ä. durchführen.


Fotografie ist ein unendliches Thema, bei dem man nie auslernt. Ihr seht ja, alleine dieser Artikel zu den notwendigen Grundlagen ist schon ziemlich lang geworden.
Und ich habe mir schon Mühe gegeben, mich kurzzufassen und das ganze Technikzeug so einfach wie möglich zu erklären.





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