Knochenfütterung einfach erklärt

Knochenfütterung, was sollte man unbedingt beachten?

Die Knochenfütterung bietet dem Hund einige Vorteile. Aber auch auf die Gefahren und damit den Nachteilen der Knochenfütterung gehe ich hier ein.


Knochen als Calciumquelle

Knochen sind eine wichtige Calciumquelle für den Hund.
In Fertigfutter sind normalerweise alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe, zu denen auch Calcium zählt, enthalten.
Ob die im Fertigfutter enthaltene Menge auch den Bedarf des eigenen Hundes tatsächlich deckt oder ob vielleicht sogar eine Überversorgung vorliegt, lässt sich nur durch eine Analyse des Futters, zum Beispiel bei einem Futtercheck durch einen spezialisierten Ernährungsberater für Hunde abklären.


Bei der Rohfütterung hat man es als Hundehalter selbst in der Hand die richtigen Verhältnisse von Vitaminen und Mineralien im Futter zu steuern.
Im speziellen Fall der Calciumversorgung muss man im Auge behalten, dass die richtige Calciumversorgung im Wechselspiel mit einem anderen Mineralstoff, nämlich dem Phosphor zusammenhängt.
Das Verhältnis von Calcium zu Phosphor sollte in etwa 1,3 Calcium : 1 Phosphor betragen. Unter 1 : 1 sollte das Verhältnis nicht sinken. Würde man etwa den Hund fast ausschließlich mit Fleisch füttern wäre das Calcium/Phosphor Verhältnis ungefähr 0,07 : 1
Man hätte also eine deutliche Calciumunterversorgung.


Warum benötigt der Hund Calcium?


Calcium ist ein wichtiger Baustein für die Mineralisierung der Knochen und der Zähne.
Es findet sich aber auch in den Zellen und ist dort für die Blutgerinnung und die Stabilität der Zellwände zuständig. Es spielt auch eine wichtige Rolle in den Erregungsleitungen von Muskeln und Nerven.
Ein Calciummangel ist unbedingt zu vermeiden, da der Hund dadurch einige erhebliche gesundheitliche Probleme bekommen wird.


Warum benötigt der Hund Phosphor?

Phosphor ist ebenfalls wichtig für den Knochenbau und die Zähne. Phosphor ist an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt und ist wichtig für einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt. Genau wie ein Mangel an Calcium bereitet ein Mangel an Phosphor Probleme mit dem Knochenbau und dem Skelett.


Wie beeinflussen sich Calcium und Phosphor gegenseitig?


Das lässt sich ganz knapp mit einem Satz verdeutlichen.
Zu viel Calcium entzieht dem Körper Phosphor und andersherum wird durch zu viel Phosphor die Aufnahme von Calcium im Körper behindert.
Aus diesem Grund ist das richtige Verhältnis dieser beiden Mineralstoffe so wichtig.


Warum sollte man besonders beim Barfen nicht auf Knochen verzichten?



Bei der Rohfütterung, dem Barfen muss man durch die Fütterung von Knochen den Calciumbedarf des Hundes abdecken.
Wer keine Knochen füttern will oder kann, hat die Möglichkeit den Bedarf an Calcium durch Knochenmehl oder Eierschalen (als Pulver) abzudecken.


Was gibt es bei der Knochenfütterung zu beachten?

Die Knochenfütterung bietet viele Vorteile für den Hund.
Allerdings darf man die Risiken der Knochenfütterung nicht unerwähnt lassen.
Hunde die gerne Schlingen könnten im Extremfall ersticken, wenn ein Knochen im Hals stecken bleibt.
Auch können Verletzungen durch Knochensplitter im Maul oder Verdauungstrakt entstehen.


Eine besondere Gefahr besteht bei Markknochen.
Diese werden oft in kleine Scheiben gesägt und so verfüttert. Diese ringförmige Scheibe kann sich über den Unterkiefer verklemmen und lässt sich nicht mehr vom Hund selbst entfernen.

Bei der Knochenfütterung muss man darauf achten, dass der Hund sich nicht verletzen kann. Der Markknochen hier im Bild könnte sich über dem Unterkiefer des Hundes verklemmen.
Die ringförmigen Markknochen können sich über dem Unterkiefer verklemmen


Knochen dürfen nur roh gefüttert werden.
Gekochte Knochen splittern und können dadurch zu schweren Verletzungen führen.


Auch die Knochen von älteren Futtertieren brechen schneller als die von jüngeren Tieren. Deshalb sollte man Knochen von jüngeren Tieren wie Kälbern oder Lämmern bevorzugen.
Am besten verträgt der Hund fleischige Knochen, die zu 50 % aus Fleisch und zu 50 % aus Knochen bestehen. Diese Knochen sind besser zu verdauen als Knochen mit wenig oder keinem Fleischanteil.


Auf keinen Fall darf man Knochen vom Schwein oder Knochen von Geflügel verfüttern.
Schweinefleisch und somit auch Schweineknochen können den Aujeszky Virus enthalten. Die dadurch ausgelöste Krankheit Pseudowut verläuft immer tödlich. Geflügelknochen neigen auch ungekocht zum Splittern. Deshalb sollte man auch auf diese bei der Hundefütterung verzichten.


Es gibt auch Stellen, wo die Fütterung von Schweine- und Geflügelknochen als unbedenklich dargestellt wird. 
Ich habe auf Weiterbildungen (Präsenzunterricht) immer die Meinung gehört, dass Schweine- und Geflügelknochen nicht empfohlen werden. Daher vertrete auch ich diese Ansicht. Warum soll man den etwas füttern was evtl. gesundheitliche Risiken birgt, wenn es genügend Alternativen gibt? Im Auto lege ich auch den Sicherheitsgurt an, obwohl man auch ohne fahren könnte.


Vorteile der Knochenfütterung

  • Der Hund wird länger beschäftigt.
  • Es wirkt entspannend und setzt Glücksgefühle frei.
  • Zahnreinigung.
  • Muskeltraining.
  • Calciumversorgung.

2 Gedanken zu „Knochenfütterung einfach erklärt“

  1. Unsere Greta schlingt so sehr, dass wir uns nur an gewolfte Hühnerhälse trauen. Würdet ihr ganze Hühnerhälse auch nicht zum Einstieg empfehlen? Wir würden ihr schon gerne was zum kauen bieten, aber trauen uns an Rind und Lamm nicht heran. Greta wird gebarft und bekommt ab und zu selbstgemachtes Eierschalenpulver oder ein Mineralstoffpulver mit Calcium unters Futter.

  2. Was ist Greta den für ein Hund? Groß oder klein wie alt? Barfen ist doch toll. Eierschalenpulver ist auch dem Knochenmehl vorzuziehen. Da werden wir auch noch einen Beitrag zu schreiben.

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