Laufen mit Hund…

… hält den Hundeführer fit und gesund

Nach längerer Laufpause (aus Faulheit, ich gebe es zu 😂) möchte ich endlich wieder zum Läufer werden!

Ich schreibe diesen Beitrag auch, damit ich keine Ausreden mehr habe und euch an meinem Läuferischen Neueinstieg teilhaben lassen kann. 😉


Darum geht es in diesem Beitrag:

Tolle Überschrift. 😂

Theoretisch ist gegen diese Aussage auch nichts einzuwenden.

Wäre da nicht noch ein kleines Problem, das die ganze Sache mit dem Sport und der Gesundheit unnötig kompliziert macht bzw. erschwert.

Ihr könnt euch bestimmt schon denken, was ich meine?

Ja, genau, es geht um den inneren Schweinehund. Das ist übrigens der einzige Hund, für den man keine Hundesteuer zahlen muss. Das einzige, was der innere Schweinehund kostet, ist Überwindung.

Ich hatte mal eine längere Phase, in der ich regelmäßig gelaufen bin. 20 km in der Woche waren keine große Sache und es hat sogar richtig Spaß gemacht.

Einzig der Einstieg war nicht einfach.

Die Phase, um überhaupt zum Läufer zu werden und Spaß daran zu finden.

Hier hatten wir eine gute Starthilfe.


Erste Schritte, damals noch ohne Hund

Unser Einstieg in das richtige sportliche Laufen war der My-City-Run in Frankfurt am Main. Diese Veranstaltung gab es in mehreren deutschen Städten und hatte das Ziel, Leuten das richtige Laufen durch Laufcoaches beizubringen und ging über mehrere Wochen.

Sunny und ich haben richtig viel von den Laufprofis dort gelernt.


Mit professioneller Anleitung ist der Einstieg deutlich einfacher als, wenn man alleine die ersten Versuche startet. Wir waren alleine immer viel zu schnell unterwegs und deshalb nach wenigen Metern immer komplett aus der Puste.

Mit einem persönlichen Laufcoach klappt das viel besser.

Der Laufcoach erkennt genau, was für dich am Anfang das richtige Tempo ist und hält diese Geschwindigkeit für dich genau ein. So klappt es dann sehr schnell, dass man 10 km am Stück laufen kann, ohne aus der Puste zu sein.

Solche Erfolge sind natürlich ein super Ansporn.


Wenn man es richtig angeht, ist Laufen nämlich keine Quälerei, sondern etwas, das einen komplett entspannt, wo man sich richtig fallen lassen kann und zur Ruhe kommt.


Lauftreff, mit der Gruppe läuft es leichter

Als Anfänger solltet ihr euch mal umschauen, ob es bei euch einen Lauftreff gibt. Da sind neue Läufer immer gerne gesehen und werden gut integriert.

In jedem Lauftreff gibt es Gruppen, die unterschiedliche Geschwindigkeiten laufen. Ihr müsst also keine Angst haben, dass ihr als Anfänger die anderen ausbremst.
Ihr werdet so eingeteilt, dass es passt.


In der Gruppe zu laufen, macht richtig Spaß.

Auch an Tagen, wo man selbst nicht so motiviert ist, hilft einem die Gruppe enorm.
Gemeinsam geht es einfach besser.

In einer Laufgruppe ist man zu Leistungen fähig, die man alleine nur mit viel Disziplin erreichen würde.

Alleine wäre ich niemals auf die Idee gekommen 20 km am Stück zu laufen. Gemeinsam mit der Gruppe kommen einem 20 km vor, wie ein Spaziergang.


Die ersten 5 Minuten sind immer die schlimmsten

Bei mir ist es auch heute noch so, dass ich immer ein paar Minuten benötige um „rein“ zu kommen. Besonders wenn ich ganz alleine Laufe muss ich mich da stark motivieren, um nicht direkt wieder umzudrehen.

Das sind immer maximal 5 Minuten.

Da kreisen noch zahlreiche Gedanken im Kopf herum und manchmal fällt es sogar richtig schwer weiterzulaufen, weil man eigentlich überhaupt keine Lust hat.


Doch dann kommt die Phase, wo sich das Gedankenkarussell im Kopf beruhigt hat und man einfach nur noch läuft, ohne irgendwas zu denken.

So kann ich ewig laufen.

Und genau diese Phase ist es, die mich in den ersten Minuten motiviert, nicht aufzugeben.

Ich weiß genau, dass der Punkt gleich kommt, an dem man vollkommen abschaltet und nur noch läuft.

Da ist alles egal.

Es kann sogar regnen. Wenn man „drin“ ist, läuft man einfach nur noch.


Ich laufe gerne längere Strecken. 10 – 15 km sind meine Wohlfühldistanz.

Dabei ist mir das Tempo nicht so wichtig. Mir kommt es eher darauf an, die Strecke am Stück in einer gleichmäßigen Geschwindigkeit durchzulaufen.

Ohne Hund laufe ich 10 km knapp unter einer Stunde.

Mit Hund habe ich es mal sehr deutlich unter einer Stunde geschafft. Das ist aber sehr lange her.


Nach der Laufpause

Irgendwann habe ich eine Laufpause eingelegt.

Ich glaube, weil es kälter wurde und ich jedes Mal auf besseres Wetter gewartet habe. Das ging dann so weit, dass ich bis zum Frühling warten wollte.

Im Frühling wollte ich dann voll motiviert wieder durchstarten. Doch es hat einfach nicht mehr geklappt.

Ich bin nicht mehr „rein“ gekommen.

Ausreden, warum waren auch immer schnell gefunden und irgendwann habe ich es einfach nicht mehr versucht.

Unverschämterweise hat sich das dann auch auf der Waage bemerkbar gemacht.


Da ich gerne esse, aber gleichzeitig auch keine Lust habe irgendwann durch die Gegend zu rollen, muss also dringend etwas geschehen.

Weniger essen fällt als Option komplett aus.

Also muss ich wieder zum Läufer werden.

Ich habe ja eigentlich auch den besten Trainingspartner, den man sich wünschen kann, an meiner Seite.

30 kg bestehend aus Fell und Muskeln. Mit einer Kondition, von der ich nur träumen kann.


Achtung, wichtige Hinweise für das Laufen mit Hund!

Wenn ihr auch mit einem Hund laufen wollt, denkt bitte daran, dass nicht jede Rasse zum Laufen geeignet ist.


Auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle.

Sobald es draußen warm ist, muss man in die frühen Morgenstunden oder auf den späten Abend ausweichen. Sollte es auch da zu warm sein, muss der Hund beim Laufen zu Hause bleiben.


Leider habe ich schon oft Läufer und Radfahrer gesehen, die mit ihrem Hund in der prallen Mittagshitze unterwegs sind.

Das grenzt schon an Tierquälerei und hat nichts mehr mit Spaß und Auslastung zu tun.

Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen.

Wenn ihr merkt, dass der Hund keine Lust hat, dann akzeptiert es bitte eurem Hund zuliebe.


Testlauf mit Eddy, keine Fragen mehr offen. 😃

Testlauf mit einem normalen Geschirr.

Danach war direkt klar, dass ich unbedingt richtiges Laufzubehör für Eddy anschaffen muss.

Eddy geht von selbst schön auf Zug. 🚀


Mit einem richtigen Zuggeschirr wird es also gut vorwärts gehen.

Laufpartner Hund

Da die Trainerfrage ja jetzt geklärt ist, geht es darum, in die Umsetzung zu kommen.

Ich habe noch ein paar alte Laufschuhe, die reichen für den Neu-Einstieg erst mal.

Doch was ist mit Eddy?

Für ihn habe ich bis jetzt kein passendes Laufequipment.

Richtige Laufgeschirre und Laufleinen hat man ja nicht einfach so zu Hause herumliegen.


Als Erstes wollte, ich überhaupt mal testen, ob Eddy überhaupt Lust hat, mit mir richtig zu laufen. So ging es dann mit einem normalen Geschirr raus in den Wald.

Und natürlich hat Eddy Bock zu laufen. Ich hatte eigentlich auch nichts anderes erwartet.

Jetzt macht es natürlich auch Sinn, vernünftige Ausrüstung anzuschaffen.

Ich habe mich dazu von Peter Hummel vom Team Simply Outside beraten lassen und mir bei ihm vor Ort ein Laufgeschirr und eine passende Laufleine für Eddy geholt.


Wenn ich mir jetzt noch ein paar neue Laufschuhe hole, sind wir bestens gerüstet, um gemeinsam Strecke zu machen.

Den passenden Laufgürtel habe ich noch.
Es kann also direkt losgehen.


Eddys Laufausrüstung

Zuggeschirr für Canicross, Laufen mit dem Hund und spezieller Zugleine.

Das wichtigste Zubehör für das Laufen mit dem Hund ist ein passendes Laufgeschirr.

Da gibt es einiges an Auswahl.

Um hier nichts verkehrt zu machen, solltet ihr euch von einem Fachmann beraten lassen.


Ein falsches oder nicht passendes Geschirr ist für die Gesundheit eures Hundes nicht förderlich.

Die richtige Beratung bekommt ihr in der Regel auch nicht bei den großen Futterdiscountern.


Haltet mal Ausschau nach speziellen Läden für Canicross oder Zughundesport.

Die Leute, die dort arbeiten oder diese Shops betreiben, sind oft auch Hundesportler aus dem Laufbereich und wissen aus eigener Erfahrung auf was es ankommt.

Da könnt ihr zusätzlich noch viele wertvolle Tipps aus erster Hand kostenlos dazu bekommen.


Bei Eddys Zuggeschirr ist der Zugpunkt ziemlich weit hinten. Die Leine hat einen Sicherheitskarabiner und ist elastisch, damit es nicht ruckt.


Zuggeschirr und Laufleine mit Ruckdämpfer.
Zuggeschirr und Leine mit Ruckdämpfer. So kann man mit Canicross starten


Die Laufleine.

Sie stellt die Verbindung zwischen euch und dem Hund her. Hier sind auch gewisse Anforderungen zu erfüllen, die eine Leine zum Gassi gehen nicht erfüllt.

Sicherheitskarabiner und Ruckdämpfer sind Merkmale einer guten Leine zum Ziehen, wie es bei Canicross mit dem Hund praktiziert wird.


Der Laufgurt.

Ohne Laufgurt müsstet ihr die Leine ständig in der Hand halten. Das ist beim Laufen nicht praktisch.

Außerdem soll euch der Hund ja ziehen. Ohne den passenden Gurt ist das nicht möglich.
Hier gibt es auch wieder viel Auswahl.
Ich selbst verwende einen Klettergurt, von dem ich die Materialschlingen und auch die Beinschlaufen abgetrennt habe.
Viele Läufer verwenden aber Gurte mit Beinschlaufen.
Da müsst ihr ausprobieren, wie es für euch am bequemsten ist.


Laufschuhe und Laufgurt zum Canicross Laufen mit dem Hund.
Neue Laufschuhe und Laufgurt zur Verbindung mit dem Hund


Laufen mit Hund

Die guten Vorsätze und die Ausrüstung waren da.

Doch das war es dann auch schon.
Ein Testlauf der prima gelaufen ist und dann wieder Ausreden ohne Ende (zu kalt, zu warm, zu müde, zu nass, der Schichtdienst).

Das war vor ca. einem 3/4 Jahr…

Doch damit ist jetzt Schluss!

Heute am Samstag, dem 23.04.2022 habe ich beschlossen, es gibt keine Ausreden mehr!


Es ist kurz nach 8:00 Uhr.

Ich lege Eddy sein Zuggeschirr an und mir den Laufgurt.

Mit Laufschuhen ausgerüstet geht es zum Auto und damit direkt ins Feld.

Parken, aussteigen und los gehts.


Es Läuft erstaunlich gut. Ich habe mir vorgenommen, diesen ersten Lauf gemütlich anzugehen, ich weiß ja schließlich, wie es sonst wieder enden würde.

Eddy macht seinen Job als mein Trainer ausgezeichnet.
Er läuft schön vor mir und zieht auch wie gewünscht.


Scheinbar kann er auch meinen Trainingszustand, oder meinen eher nicht Trainingszustand gut einschätzen und hält sich mit dem Tempo zurück.

Ich habe sogar ein paar Passagen in dem Lauf mitgenommen, wo es Bergauf ging und das nicht zu knapp.

Eigentlich laufe ich lieber auf ebener Strecke, doch das ging heute nicht und ich musste eine andere Strecke wählen.

Wir sind zusammen schön gemütlich 4 km in etwas unter 30 Minuten gelaufen.
Durchgelaufen!

Das ist jetzt keine Spitzenleistung, aber ich bin froh, den Einstieg wieder gefunden zu haben.


Mit Eddy macht das Laufen Spaß.

Ich frage mich allerdings, woher dieser Hund seine Kondition hat?

Für ihn war dieser Lauf ein Klacks. Er musste Nichtmal richtig rennen.

Einen kleinen Sprint habe ich mal versucht.

Da hat Eddy direkt auf Vollgas geschaltet und sich mächtig ins Zeug gelegt.
Das habe ich aber nicht lange durchgehalten.
Ich habe aber jetzt ein Ziel vor Augen, was mit Eddy möglich ist.

Eins ist sicher, seine Kondition werde ich niemals erreichen. Doch meine Ausdauer beim Sprinten werde ich etwas ausbauen.

Es ist eine echte Freude, wenn man sieht, wie Eddy beim Sprint seinen Spaß hat.


Keine Ausreden mehr

Heute ist Sonntag und ich habe mir eine ebene Strecke ausgesucht. Der Plan ist, die 4 km von gestern deutlich zu übertreffen.

Ja, man soll es am Anfang nicht übertreiben, doch 5 km sollten schon drin sein.

Alles unter 10 km ist ja schließlich nur Aufwärmtraining. 😃


Das Beste habe ich überhaupt noch nicht erwähnt!

In meiner aktiven Läuferphase bin ich 3 x die Woche 12 km einfach mit Sunny zu unserer Lieblingslaufstrecke gefahren, um dort zu laufen.

Und heute wohnen wir nur ein paar 100 Meter davon entfernt.

Theoretisch könnte man direkt aus dem Gartentor starten.

Sunny läuft übrigens schon eine ganze Weile wieder.

Nur ich konnte mich bis jetzt nicht dazu durchringen mitzumachen.


Gestern Nachmittag habe ich mir übrigens noch ein paar neue Laufschuhe gegönnt. Ja, ich meine es wirklich ernst.


Der zweite Tag, Vorsatz erfüllt


Wir haben es jetzt 7:00 Uhr und das Wetter sieht einigermaßen gut aus, es regnet zum Glück auch nicht.

Etwas Muskelkater von gestern ist vorhanden, doch ich bin trotzdem voll motiviert.

Die neuen Schuhe müssen ja unbedingt getestet werden.

Also schnell die Ausrüstung für Eddy und mich klar machen und es geht los.


Ich habe mich spontan bei der Streckenwahl noch 2 x umentschieden. Sternzeichen Wassermann halt.


Unsere Laufstrecke
Zum Laufen wohnen wir absolut perfekt, Wald und Feld kann man super kombinieren. Hier im Bild eine 5 km Runde.


Die gewählte Strecke ist relativ Flach und führt überwiegend über asphaltierte Feldwege.

Man kann hier unendlich viele Variationen einbauen. Ich habe verschiedene Runden zwischen 5 – 20 km im Kopf und kann die Strecke je nach Tagesform anpassen.

Für heute habe ich mir 5 km vorgenommen.


Der Lauf startet prima, auch Eddy macht wieder super mit.

Wir pendeln uns bei gemütlichen 7,25 min/km ein.

Zwischendurch erhöhen wir kurzfristig auf 6,00 min/km. Das ist für mich in der aktuellen Form schon flott. 😂


Am Ende waren es dann 5,25 km Strecke in knapp 40 Minuten. Wieder ohne Pause durchgelaufen.

Meine Beine spüre ich etwas mehr als gestern.


Die neuen Schuhe waren auch eine gute Idee. Damit lief es sich besser als mit den alten Dingern, die auch nicht von besonders guter Qualität waren.

Bei den Schuhen sollte man nicht sparen.
Ich halte es auch so, dass ich die richtigen Laufschuhe auch nur zum Laufen und nichts anderem anziehe.


Ich werde in ein paar Wochen mal meine Laufstatistik posten. Ich bin mir sicher, dass der Einstieg jetzt geschafft ist und ich nicht mehr abbrechen werde. Das Lauf-Feuer in mir brennt wieder.
Bei Eddy ist das überhaupt keine Frage. Er liebt es, zu laufen. Wenn es nach ihm geht, können die Strecken länger sein.

Da kommen wir bald gemeinsam hin.

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