Umzug mit Hund

Gute Planung ist der halbe Umzug

Ein Umzug und die damit verbundene Wohnungssuche muss nicht zwangsläufig mit Stress für uns und den Hund verbunden sein. Wir haben selbst schon extrem viele Umzüge hinter uns, davon 3x mit Hund.
Mit der Zeit wird man da gelassener und geübter. Die richtige Planung im Vorfeld ist das A + O.
Wir haben Eddy immer schnell die neue Wohnung gezeigt.
Vor dem Umzug steht als Erstes die Suche nach dem passenden Objekt an.
Hier kann man schon die ersten Fehler vermeiden, die man hinterher nicht mehr korrigieren kann.
Für uns ist eine Haus/Wohnung nur dann geeignet, wenn es für uns alle passt.
Und bei „Alle“ ist unser Malinois Eddy als vollwertiges Familienmitglied enthalten.
Wir haben bestimmte Kriterien, für die wir evtl. Kompromisse eingehen und einige Kriterien, die 100 % passen müssen.
Man spart sich viel Zeit, wenn man die Dinge, die zu 100 % passen müssen, zuerst überprüft und abcheckt.


Umfeld erkunden beugt späteren Überraschungen vor

Bevor wir einen Besichtigungstermin ausmachen, versuchen wir immer schon im Vorfeld die Adresse des Objektes zu bekommen, um das Umfeld zu checken.
Hier kann man schon erkennen, ob sich eine Besichtigung überhaupt lohnen würde. Das spart auch dem Vermieter/Makler kostbare Zeit ein. Das ist auch ein gutes Argument, wenn man nicht gleich an die Objekt-Adresse kommt.

Ein wichtiger Punkt sind zum Beispiel Treppen.
Je nach Größe des Hundes ist es natürlich optimal, wenn es keine oder nur wenige Treppenstufen gibt.
Auch die Lage ist ein nicht zu verachtender Faktor.
Kann man vernünftig Gassi gehen, ohne erst ewig mit dem Auto fahren zu müssen?
Wie verhalten sich die anderen Hundehalter im direkten Umfeld?
Wir haben schon Gegenden erlebt, wo die Leute scheinbar noch nie davon gehört haben, wozu es Hundeleinen und Halsbänder gibt. Rücksicht ebenfalls ein Fremdwort.
Da lässt man die „Tut-doch-eh-nichts“ Hunde einfach in die anderen Mensch Hund Teams reinrennen.
Das ist bei uns einer der Punkte, für die es keine Kompromisse gibt.
Mühsam aufgebaute Trainingserfolge werden von solchen Leuten in Sekunden zerstört und man fängt dann wieder unter null mit dem Training an.
Natürlich ist man sich keiner Schuld bewusst und der angeleinte Hund wird als aggressiv bezeichnet, wenn er die heranschießenden Kläffer verbellt.

Auch die Eigenschaften des eigenen Hundes sollte man unbedingt bei der Suche nach einem neuen Zuhause mit einbeziehen.
Hat man zum Beispiel einen ängstlichen Hund, ist es nicht ratsam, an eine stark befahrene Straße zu ziehen.
Da wäre eine ruhige Wohnlage deutlich besser geeignet.
Oder der eigene Hund hat Probleme mit anderen Tieren (Hunde, Katzen, Pferde…) alles Dinge, an die man rechtzeitig denken sollte.


Der erste Eindruck zählt

Eine Wohnung oder ein Haus zu finden, ist schon so nicht einfach.

Für Hundehalter ist die Suche nochmals schwieriger.
Viele Vermieter haben Vorurteile oder haben selbst schon schlechte Erfahrungen gemacht.
Hier könnt ihr Punkte sammeln, wenn ihr gleich mit offenen Karten spielt und direkt bei der ersten Kontaktaufnahme sagt, dass zu eurem Hausstand ein Hund gehört.

Eine Haftpflichtversicherung für Hunde ist zwar nicht generell vorgeschrieben, doch ich empfehle jedem Hundehalter, seinen Vierbeiner anständig zu versichern. Passieren kann immer etwas und als Hundehalter sollte man sich unbedingt zu dem Thema „Gefährdungshaftung“ schlaumachen.
Das Vorhandensein einer Haftpflichtversicherung solltet ihr natürlich dem potenziellen Vermieter auch direkt mitteilen. Damit macht ihr einen guten, verantwortungsbewussten ersten Eindruck. Und der erste Eindruck ist meistens entscheidend.


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Punkte sammeln

Sollte der Vermieter immer noch skeptisch sein, bringt eure anderen Vorzüge ins Rennen.
Ihr seid Nichtraucher?

Prima, das ist wieder ein Pluspunkt für euch.
Wenn ihr einen sehr guten Arbeitsplatz habt, solltet ihr das auch ins erste Gespräch einbauen.
Versetzt euch doch einfach mal in die Lage des Vermieters.
Es gibt zu jedem freien Objekt immer viele Interessenten. Wem würdet ihr als Vermieter die Wohnung vermieten?
Schätzt euch da mal selbst realistisch ein.
Was habt ihr zu bieten, dass den „Nachteil“ Hund (in den Augen einiger Vermieter) ausgleicht?
Macht euch da richtig Gedanken und verkauft euch bei der ersten Kontaktaufnahme so gut ihr könnt.
Im Businessbereich nennt man das „Pitchen.“
Pitchen kann man üben. Ein guter Pitch, der alles schnell auf den Punkt bringt, ist die halbe Miete.
Bleibt dabei unbedingt ehrlich und erfindet nichts, was ihr nicht halten könnt.


Extrem wichtig, keine Kompromisse, wenn der Bauch „Nein“ sagt

Jetzt habe ich noch einen Tipp, den ich euch extrem ans Herzen lege.
Ist euch irgendetwas unsympathisch, das kann die Gegend, die Lage, die Wohnung selbst oder im schlimmsten Fall auch der Vermieter sein, gibt es nur eine einzige richtige Reaktion.

Finger weg!
Hört auf euer Bauchgefühl.

Fangt nicht an zu grübeln und euch Dinge schönzureden.
Ist der Mietvertrag unterschrieben, seid ihr erst mal eine Weile gebunden.

Also noch mal schlechtes Gefühl in irgendeinem Punkt-Finger weg und weiter suchen.

Dann noch ein Tipp zur Umfelderkundung.


Umzug mit Hund. Gute Planung ist das A und O.
Die richtige Umfelderkundung erspart spätere Enttäuschungen


Habt ihr eine Wohnung in der engeren Auswahl, geht es jetzt an die Feinheiten. Das nähere Umfeld solltet ihr unbedingt an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Uhrzeiten aufsuchen und dort mal ein paar Runden Gassi gehen.
Da kann man auch böse Überraschungen erleben.
Vielleicht ist direkt im nächsten Haus ein Handwerksbetrieb, den man von außen nicht erkennen kann. Morgens Krach ohne Ende und am Abend ist alles mit Firmenwagen zugeparkt.
Kennt man das Objekt nur aus der Mittagszeit, wäre die Überraschung beim Einzug perfekt und die Freude groß.
Es gibt unzählige ähnliche Dinge, auf die ihr zu verschiedenen Uhrzeiten stoßen könnt.

Wenn ihr bei eurer Erkundungstour auf andere Gassigänger trefft, ist es da auch immer interessant, mal einen kleinen Small Talk zu halten:
„Wir sind vielleicht bald Nachbarn.“
„Ach, Sie wollen in die Schimmelbude von dem Choleriker da hinten einziehen?“
Alles schon selbst erlebt.


In der Ruhe liegt die Kraft

Wie ich anfangs gesagt habe, ist die richtige Planung das A+O.



Ganz schlecht ist es auch unter Zeitdruck nach einer neuen Bleibe zu suchen.
Wenn man das ganze gelassen angeht und immer wieder mal ohne Zwang die Immobilienseiten durchschaut, findet man irgendwann sein neues hundgerechtes zu Hause.

Den Umzug selber sollte man auch perfekt durchplanen.
Ist die neue Wohnung schon renoviert oder man hat Handwerker, die das Übernehmen ist das die stressfreiste Variante.


Pinsel und Farbroller bei der Renovierung immer im Einsatz
Notwendiges Übel


Müsst ihr noch selbst renovieren (herzliches Beileid) könnt ihr den Hund da schon langsam an das neue Umfeld gewöhnen.
Ich erzähle euch mal grob, wie unser letzter Umzug abgelaufen ist.


Unser letzter Umzug

Eddy hat die neue Wohnung das erste Mal bei der Besichtigung gesehen.
Als wir die Schlüssel hatten, ging es ganz gemütlich los.


Symbolbild zur Schlüsselübergabe einer neuen Wohnung.


Wir haben immer ein paar Sachen (als erstes Eddys Lieblingsdecke) aus der alten Wohnung in die neue mitgenommen, Eddy hat die neue Wohnung sofort akzeptiert.

Als wir das erste Mal nach der Besichtigung mit Eddy in der neuen, noch leeren Wohnung waren, hat er eine extreme Reaktion gezeigt.
Er war dort vorher erst einmal gewesen.
Er ist aus dem Auto direkt zu unserer Eingangstür gestürmt, als ob er da schon immer wohnen würde.
In der Wohnung hat er einen Blick aufgesetzt wie ein kleines Kind an Weihnachten, wenn es zum ersten Mal den geschmückten Baum sieht.
Er ist durch alle Zimmer gerannt und hat Purzelbäume auf dem Boden geschlagen.
Da wussten wir genau, dass wir hier die richtige Wahl getroffen haben.

Bei jeder Fahrt in die neue Wohnung wurde es dort etwas voller und in der alten etwas leerer und ungemütlicher.

Zum finalen Umzug haben wir es so gestaltet, dass in der neuen Wohnung ein Zimmer schon halbwegs eingerichtet war.
Morgens ging es dann mit Eddy in die neue Wohnung. An der alten Wohnung wurde alles in den Umzugswagen gepackt und zur neuen Wohnung gebracht und ausgeladen. Eddy war beim Ausladen entspannt mit Sonja im fertigen Zimmer.
Später wurden dann gemeinsam die Möbel an die richtigen Plätze gestellt und die ganzen Kisten ausgeladen.
Abends gab es dann noch eine große Gassirunde und der Umzug war geschafft. Nach einer leckeren Pizza für uns und einer Extraportion Futter für Eddy ging es ins Bett. Nicht nur Eddy, auch wir waren nach diesem Tag Hundemüde.

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