Spürhund Arbeit als toller Freizeitspaß

Sinnvolle und artgerechte Auslastung für fast jeden Hund

Spürhund Arbeit als Freizeitspaß,

Schnüffeln wie ein Profi, hier erfahrt ihr wie Spürhund Arbeit funktioniert und wie ihr euren eigenen Hund zum Schnüffelprofi macht.


Auslastung des Hundes ist in aller Munde.

Viele Halter geben dem Thema Auslastung ziemlich viel Gewicht und schießen auch gerne mal am Ziel vorbei.
Bedenkt immer, ein Hund ist keine Maschine und benötigt auch ausreichend Ruhe und Entspannung für ein hundgerechtes Leben.
Doch Auslastung gehört auch zu einem gesunden Hundeleben.
Nur sollte man hier auf das richtige Maß und auch auf die Art der Auslastung achten und sie nach den Bedürfnissen des Hundes ausrichten.


Je nach Rasse und Veranlagung kommen verschiedene Formen von Auslastung und sinnvollen Sportarten in Betracht.
Spürhund Arbeit ist Freizeitspaß und dazu auch noch artgerecht.

Hier stellt sich dann nur noch die Frage, ob man das Ganze im Verein nach strengen Regeln auf der Jagd nach Punkten oder aus Spaß für sich privat macht.


Spürhund Arbeit als Freizeitspaß für jederhund 🐾

Ich stelle euch hier die Spürhund Arbeit vor.
Eine Form der Auslastung, die man super ohne Verein durchführen kann.
Spürhund- oder Nasenarbeit, wird umgangssprachlich auch schnüffeln genannt.

Nasenarbeit liegt den meisten Hunden in den Genen.
Wer sich noch nie mit dem Thema befasst hat, wird sehr erstaunt sein, zu welchen Leistungen so eine Hundenase fähig ist.
Die Nase des Hundes ist der des Menschen um ein vielfaches überlegen.
Nasenarbeit für Hunde gibt es in vielen unterschiedlichen Formen.

Aus dem Hundesport ist die Fährtenarbeit bekannt.
Mantrailing hat eine gewisse Bekanntheit durch die Rettungshundearbeit erlangt und wird teilweise auch sportlich oder als Freizeitaktivität betrieben.
Es ist alles eine sehr natürliche Form der Hunde Auslastung.

Die Nasenarbeit ist für den Hund extrem anstrengend.
Das liegt daran, dass der Hund bei der Nasenarbeit körperlich und vor allen Dingen auch geistig ausgelastet wird.
Bei der Suche verändert sich die Atmung des Hundes.
Es ist wichtig, dass man dem Hund nach einer Sucheinheit ausreichend Ruhe gönnt und ihm auch ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stellt.
Am Anfang sollte man die Sucheinheiten kurz halten.
5 – 10 Minuten sind am Anfang absolut ausreichend und (um mal die Anstrengung zu verdeutlichen) anstrengender als ein 10 km Spaziergang durchs Feld.

Ich erkläre euch in diesem Beitrag, wie ihr eurem Hund die Objektsuche beibringen könnt.
So ähnlich werden auch die Spürhunde beim Zoll und der Polizei aufgebaut.
Mein Malinois Eddy ist ein Naturtalent, was das Suchen angeht. Ich musste ihm da nicht viel beibringen. Eigentlich nur, was er suchen und wie er es anzeigen soll.

Ich vertraue ihm und seiner Nase zu 100 %.

Dazu haben wir ein ganz besonderes Spiel, was am Anfang einen gewissen Nervenkitzel hatte.


Wir fahren irgendwo an eine große Wiese.
Ich steige aus, gehe ein paar Schritte in die Wiese, schließe die Augen und drehe mich im Kreis.

Dann werfe ich mit geschlossenen Augen den Autoschlüssel in die Wiese.
Wer schon mal einen Schlüssel in einer Wiese gesucht hat, wird wissen, dass es nicht einfach ist.

Auch, wenn man grob weiß, wo der Schlüssel liegen müsste, ist es, als Mensch ziemlich schwierig ihn wiederzufinden.
Dann kommt Eddy ins Spiel. Ich hole ihn aus dem Auto, mach ihn auf die Suche heiß und es geht los.
Er fängt dann an, die Wiese abzusuchen. In der Regel dauert es max. 1 Minute und seine Pfote liegt auf dem Schlüssel.


Spürhund Arbeit macht fast jedem Hund Spaß. Hier im Bild ist ein belgischer Schäferhund auf einer Fährte zu sehen.
Ein Spürhund kann problemlos kleine Objekte wie Schlüssel auf einer Wiese finden


Das Spiel würde ich aber als Anfänger nur mit einem alten Schlüssel machen oder wenn ich einen Ersatzschlüssel dabei hätte.
Ohne Ersatzschlüssel ist es aber wesentlich interessanter für den Hundeführer.
So, genug erzählt.

Jetzt geht es daran, wie ihr aus eurem Hund selber einen Schnüffel-Profi macht.


Das richtige Zubehör zur Spürhund-Ausbildung

Für die Spürhund Arbeit als Freizeitspaß ist das erforderliche Zubehör ziemlich überschaubar.
Benötigte Hilfsmittel sind ein Klicker (am besten kennt der Hund schon den Klicker, wenn nicht, muss dieser zuerst konditioniert werden).
Dann benötigt ihr noch ein paar kleine Dosen mit Deckel und einen Geruchsstoff, auf den ihr den Hund konditionieren wollt.

Als Geruchsstoff eignet sich unter anderem Tee (der Hund kann natürlich verschiedene Sorten unterscheiden).
Bei der Wahl des Geruchsstoffs sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr zum Beispiel öfter einen bestimmten Gegenstand verlegt und immer wieder selbst danach suchen müsst, könnt ihr euren Hund auch auf diesen Gegenstand konditionieren.

Die Dosen müsst ihr noch vorbereiten. In die Deckel bohrt ihr einfach ein paar kleine Löcher und dann kommt der Geruchsstoff hinein.
Jetzt habt ihr alles, was ihr benötigt, um die Spürhund Ausbildung zu starten.
Die Dosen solltet ihr ca. alle 14 Tage mit kochendem Wasser reinigen, um wieder einen neutralen Geruch herzustellen.


Dosen und Klicker für das Spürhund Training


Was ich euch hier zeige, ist eine Kombination aus Geruchsunterscheidung,
Verloren und Gegenstandssuche.

Professionelle Suchhunde trainieren etwas anders, aber darum soll es hier ja nicht gehen. Hier steht der Freizeitspaß im Vordergrund.


WERBUNG:

Diese beiden Artikel kann ich allen Einsteigern in die Spürhund Arbeit
Empfehlen.
Damit werdet ihr und euer Hund viel Spaß
haben.

Anzeigeverhalten aufbauen

Als Erstes wird das Anzeigeverhalten aufgebaut.
Alle Übungen werden in Ruhe und ohne Hektik durchgeführt.

Am Anfang nehmt ihr eine Dose, die mit eurem gewählten Geruchsstoff gefüllt ist und setzt euch auf einen Stuhl oder auf den Boden. Die Dose mit dem Geruchsstoff haltet ihr mit den Löchern nach vorne zwischen eure Beine.
Der Hund sitzt euch mit etwas Abstand gegenüber.
Eure freie Hand habt ihr hinter dem Rücken.

In der Hand habt ihr den Klicker und ein Stück Futter.
Ihr ruft den Hund zu euch. Im optimalen Fall ist er neugierig und er schnüffelt direkt an der Dose zwischen euren Beinen.
Zeigt er dieses Verhalten, also dass er an der Dose schnüffelt, klickert ihr und gebt ein Stück Futter zur Belohnung.
Dann geht es zurück in die Ausgangsstellung.

Übt so maximal 5 Minuten.
Die Übung könnt ihr mehrmals täglich durchführen.
Das ist am Anfang nicht gerade spannend, doch der Aufbau in kleinen Schritten ist für eine saubere Suchanzeige der beste Weg.

Wenn euer Hund es verstanden hat und immer mit der Nase an die Dose geht, könnt ihr damit beginnen, später zu klicken.
Also, die Hundenase ist an der Dose.
Ihr wisst ja etwa, wie lange er mit der Nase an der Dose „klebt“.
Versucht den Klick immer länger hinauszuzögern, erst 1 Sekunde, dann zwei Sekunden, dann 3 Sekunden.
So baut ihr ein sicheres, passives Anzeigeverhalten auf.
Auch diese einzelnen Schritte langsam steigern.

Merkt ihr, dass es nicht klappt, geht eine Stufe zurück bis es da sicher funktioniert.


Mit kleinen Schritten kommt man schneller ans Ziel

Der nächste Schritt ist es, die Lage der Dose zu verändern.
Haltet die Dose jetzt etwas neben euer Bein, statt zwischen den Beinen. Ihr könnt auch variieren und die Dose mal unter den Fußstellen oder ohne Handbeteiligung zwischen die Beine klemmen.
Ziel ist, dass der Hund verstehen lernt, den Geruch zu suchen und anzuzeigen.
Auch hier wieder so lange üben, bis der Hund sicher anzeigt.
Nicht zu viel erwarten und im Zweifel lieber noch mal einen Schritt zurückgehen.

Dann könnt ihr den Abstand noch weiter vergrößern (ausgestreckte Arme) und auch mal links und rechts vertauschen.
Jetzt könnt ihr auch anfangen den Begriff „Such“ oder etwas Ähnliches zu verwenden, wenn ihr den Hund zu euch ruft.

Wenn das sicher klappt, könnt ihr jetzt viel Spaß haben und einige Variationen der Suche üben.


Dose mit Geruchsstoff, geschredderte Euro Banknoten


Geruchsunterscheidung

Eine Variante ist die Geruchsunterscheidung.
Dazu benötigt ihr 5 – 10 Suchdosen.
Die Dosen stellt ihr in einer Reihe auf (Profis haben dazu Vorrichtungen, in denen man die Dosen einsetzen kann, wer dazu mehr Informationen und Bezugsquellen möchte, kann mich gerne anschreiben).
Nur in einer der Dosen befindet sich der Geruchsstoff, die anderen sind (erst mal leer).

Der Hund hat dann die Aufgabe, die richtige Dose anzuzeigen.
Die Anzahl der Dosen und die Position der „Treffer-Dose“ kann man beliebig wechseln.

Als Steigerung kann man in einige der leeren Dosen andere Geruchsstoffe, sogenannte Verleitungsproben einfüllen.
Wenn der Hund auch bei dieser Übung immer sicher die richtige Dose anzeigt, kann man die Übung nochmals steigern.
Für Menschen erscheint diese Steigerung ziemlich unlösbar, für den Hund ist es keine besonders schwere Aufgabe.
Jetzt geht es darum, den konditionierten Geruch aus einer Geruchsmischung herauszufiltern.
Ihr gebt dazu einfach in die Dose, in der sich aktuell der geübte Geruchsstoff befindet, noch etwas anderes dazu.
Verwendet ihr zu Beispiel Tee könnt ihr Kaffeebohnen, Zeitungspapier, Socken, Nussschalen, Würfelzucker oder was euch gerade einfällt dazugeben.
Auch diese Dose wird euch der Hund sicher anzeigen.

Und ihr könnt es euch bestimmt schon denken, auch diese Übung kann gesteigert werden.
Am Anfang habt ihr bestimmt einen kompletten Teebeutel verwendet.
Jetzt wird die Menge des Geruchsstoffs reduziert.
Versucht es mal den Teebeutel vorsichtig zu öffnen und über die Hälfte des Tees aus dem Beutel zu nehmen.
Diese Übung könnt ihr wieder mit einer leeren Dose ohne Verleitungsprobe starten.
Die Menge des Geruchsstoffs könnt ihr immer weiter reduzieren.
Ihr könnt sogar so weit gehen, dass am Ende nur noch ein paar Teekrümel in der Dose sind.

Das ganze kann dann wieder unter andere Dosen mit Verleitungsproben gestellt werden.
Wenn euer Hund ein guter Sucher ist, könnt ihr in eine der Verleitungsproben ein paar Teekrümel einstreuen.
Das ist für den Hund eine sehr natürliche, artgerechte Art der Auslastung.
Uns macht das üben und ständige Training sehr viel Spaß.
Wir führen es auch gerne im Freundes und Bekanntenkreis vor. Da ernten wir immer viele erstaunte Blicke.


Freies absuchen von Räumen und Flächen liebt jeder Spürhund

Sehr viel Spaß für beide Seiten macht es auch, die Dose mit dem Geruchsstoff zu verstecken.
Weil eine Dose langweilig ist, nehmt einfach mehrere. Ich verstecke zum Beispiel bei der Suche in Räumen/Gebäuden 1-5 Dosen und bei einer Suche im freien je nach Größe der Fläche nur eine Dose.
Das müsst ihr auf eure Gegebenheiten und Bedürfnisse anpassen.
Bei der Suche in der Wohnung könnt ihr ja drei Dosen relativ einfach und zwei Dosen schwer verstecken.
Wobei schwer verstecken jedes Mal schwieriger wird, wenn der Hund Spaß an der Sache hat.
Wir haben inzwischen echt Probleme, die Dosen so zu verstecken, dass sie nicht sofort gefunden werden.
Ich dachte, im Bohnenbehälter vom Kaffeeautomat wäre ein tolles Versteck.
Dachte ich aber auch nur. Das war innerhalb von Sekunden gefunden.


Im freien finden sich immer gute Versteckmöglichkeiten

Suche nach verlorenen Gegenständen

Die Suche nach verlorenen Gegenständen ist eine tolle Möglichkeit etwas Spaß und Spannung in die Gassirunde zu bringen.
Diese Übung hat auch einen praktischen Aspekt.
Wenn man unterwegs wirklich mal etwas verlieren sollte, ist es dann dank des Hundes kein Drama.
Der Aufbau ist relativ einfach.

Am Anfang eignet sich das Üben an einem Feld oder Waldweg.
Man lässt den Hund absitzen und entfernt sich ca. 10 – 15 Meter vor den Hund. Dann nimmt man einen Gegenstand (Schlüsselbund, Geldbeutel, Taschenlampe…) und legt ihn neben den Weg an den Rand (sollte nicht sofort sichtbar sein).
Der Hund muss das ganze aus seiner Sitz-Position gut beobachten können.
Dann geht man zurück zu seinem Hund, man kann ihn dann zum Beispiel streicheln, „Verloren“ sagen und ihn per Handzeichen in die Richtung des verlorenen Gegenstandes schicken.

Das übt man immer wieder an verschiedenen Orten und steigert dabei die Entfernung zum Hund.
Man kann das auch auf einer großen Wiese üben.
Wichtig ist, dass der Hund immer sieht, was man gerade macht.
Auf der Wiese kann man sich an verschiedenen Stellen bücken und antäuschen, dass man dort etwas verloren hat.
Dann geht man wieder zum Hund und schickt ihn mit Handzeichen und dem Kommando „Verloren“ auf die Suche.

Wenn das alles gut funktioniert, kann man anfangen, die Strecken zu vergrößern. Beim Gassigehen kann man einfach heimlich einen Gegenstand fallen lassen.
Nach 100 Metern bleibt man stehen und schickt den Hund mit Handzeichen und Kommando auf die Verlorensuche.
Die Entfernung kann man mit der Zeit immer weiter vergrößern.


Ein paar abschließende Worte

Spürhund Arbeit als Freizeitspaß ist geistige und körperliche Auslastung in einem.
Die Nasenarbeit ist Hunden angeboren.
Hier hat fast jeder Vierbeiner Spaß an der Arbeit. Ich sage bewusst Arbeit, den es ist wirklich echte Hochleistungsarbeit.
20 Minuten konzentriertes Suchen sind körperlich anstrengender als viele Kilometer Gassi gehen oder Laufen.
Das muss man sich vor Augen halten, um den Hund nicht zu überlasten.
Wenn er keine Lust mehr hat oder erschöpft wirkt, sollte spätestens Schluss mit dem Spiel sein.

Die Spür- und Sucharbeit trocknet die Nase und den Rachen aus. Es muss immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen.
An heißen Tagen sollte es auch selbstverständlich sein, keine anstrengenden Suchspiele zu veranstalten.
Beim Üben immer daran denken, weniger ist mehr. In kleinen Schritten kommt man sicherer und schneller an sein Ziel.
Ich habe euch einige Variationen der Suche vorgestellt. Die könnt ihr prima in den Alltag integrieren. Es macht auch Spaß, einfach zwischendurch ein paar Minuten etwas zu suchen.
Es muss nicht immer das volle Programm gefahren werden.
Seid kreativ und habt Spaß.


Passender Lesetipp zum Thema

Hier haben wir einen Beitrag zum Thema Geocaching mit Hund. Da ist ein ausgebildeter Spürhund natürlich ein ziemlicher Vorteil. Aber auch so ist es ein tolles Hobby für Mensch und Hund, das einen in die Natur bringt.
Wer noch nie etwas von Geocaching gehört hat, kann sich hier informieren.

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